Feilschen lernen

Feilschen - aber richtig!

Auf einen Flohmarkt gehen und das zahlen, was der Händler will – das geht allenfalls auf karikativen Flohmärkten, die Spenden für den guten Zweck sammeln. Ansonsten heißt es: feilschen. Dabei ist es natürlich klar, dass der Kunde den Preis möglichst weit drücken möchte, der Verkäufer aber einen Mindestpreis erzielen will und muss. Darum setzt er den Preis auch um einiges höher an, damit er sein Endziel erreicht.

Nun mag der eine oder andere denken, warum nicht gleich den niedrigeren Preis angeben und es wird eben genau das gezahlt. Aber das ist eben der Spaß auf dem Flohmarkt, ohne Feilschen ist es ja langweilig. In einigen Ländern nehmen die Händler es sogar persönlich, wenn man nicht mit ihnen feilscht, ihre Ehre ist verletzt. Feilschen ist die Kunst des Handels, man zeigt wie geschäftstüchtig man ist. Bei einem abgeschlossenen Verkauf sind beide rundum zufrieden mit dem Ergebnis. Der Käufer hat sein günstiges Objekt, der Verkäufer den Preis, den er wollte.

Doch viele scheuen sich vor dem Feilschen, wissen nicht, wie sie es machen sollen, ohne den Händler womöglich zu beleidigen. Richtige, professionelle Feilscher verdecken ihre Augen, um das Leuchten in ihnen zu verbergen, wenn sie das gesuchte Objekt erblicken. Denn genauso schlaue Händler sehen das sofort und nutzen es aus. Der Kunde will das Objekt um jeden Preis – also noch höher ansetzen.

Folgende Punkte kann man sich als Richtlinie merken:

  • Es ist immer besser, erst einmal zu gucken, wo es das gewünschte gibt, zu welchen Preisen und ob es Nachfrage gibt. Dabei kann man auch bei anderen Gesprächen zuhören. Bei einem tatsächlichen Kauf hat man somit bessere Chancen den Verkaufspreis zu drücken. Oder nicht vollkommen unrealistisch zu feilschen.
  • Immer nur für sich alleine feilschen, nicht in einem anderen Feilschgespräch mitmischen. Selten lässt sich der Verkäufer auf so etwas ein und zieht sich dann komplett zurück.
  • Ziel ist es, sich in der Mitte des Preises des Händlers und was der Käufer zahlen möchte zu treffen. Als Regel gilt: der Händler setzt seine Preise immer höher als er wirklich erzielen will/muss. Mit 30 % weniger beginnen und auf halbem Wege treffen.
  • Selbstsicherheit ist immer vorteilhaft, sofern sie nicht arrogant ausgepackt wird. Wissen lieber nur in kleinen Paketen weiter geben, der Händler soll sich diesbezüglich überlegen fühlen, das macht ihn leichter manövrierbar. Interesse zeigen, ruhig bleiben, nicht auf den Gegenstand alleine fixieren, etwas pokern.
  • Ein wenig charmant sein, hat noch niemandem geschadet und ein Verkäufer verkauft eben lieber an eine nett lächelnde Kundin als an eine mürrisch drein guckende.
  • Ganz nebenbei mit ein wenig Geld in der Hand spielen, kann den Händler positiv beeinflussen.
  • Nur Feilschen, wenn man auch echtes Kaufinteresse hat. Nur des Feilschen wegen ist eine schlechte Voraussetzung, da der Händler natürlich verkaufen möchte. Und wenn er einen guten Preis gibt, der Kunde aber gar nicht kaufen will, ist das schon ärgerlich.
  • Wenn der Händler nicht so richtig entgegenkommt, dann kann man auch sein Interesse kurzweilig zurückziehen und ihm signalisieren, dass man ja auch woanders schon etwas viel günstigeres gesehen hat. Das bringt den Händler oftmals noch mal dazu, etwas niedriger zu gehen.
  • Beim Feilschen sollte man immer daran denken, dass es Spaß bringen soll, und zwar beiden Parteien. Ein verärgertes Gesicht, eine unwirsche Bemerkung und der Handel ist beendet. Der Händler verkauft nicht mehr. Es sollte immer zu einem Erfolgserlebnis für beide werden und in "Freundschaft" geht man auseinander. Nie mit dem Gedanken feilschen, der Preis muss unbedingt viel niedriger sein.

Flohmarkt Wissen

Trödel oder Antik

Tipps für Käufer

Tipps für Verkäufer

 
245 Flohmärkte in 457 Städten online | 14.10.2019 | Online: 17